Wann, wenn nicht jetzt...

... ist es Zeit für alles, was das Leben wirklich reicher macht? Für ein gelebtes, lässiges Selbstverständnis von Frauen, die sich mit + – 50 wohler, entspannter und besser fühlen als je zuvor – und genau das ausstrahlen. BeFifty ist der Blog von Beate, eine dieser erfolgreichen Frauen – mit sehr konkreten statt allgemeinen Profi-Tipps und Themen rund um Fashion / Beauty / Travel. Also los: Like to BeFifty.

 

 © Foto: Johanna Link / Donna Magazin 

© Foto: Johanna Link / Donna Magazin 

Shoot! Shoot! Shoot! Fotografien der 60er und 70er Jahre aus der Nicola Erni Collection

Shoot! Shoot! Shoot! Fotografien der 60er und 70er Jahre aus der Nicola Erni Collection

Münchner Stadtmuseum vom 16. September 2016 bis 15. Januar 2017

Die 60er und 70er Jahre, Jahrzehnte des Umbruchs, der Provokation und der kreativen Energie, werden in dieser Ausstellung von 200 Fotografien einer Schweizer Privatsammlung in den Räumen des Münchner Stadtmuseums lebendig. Ulrich Pohlmann, Leiter der Fotosammlung des Hauses, hatte freie Hand bei der Auswahl aus insgesamt 2000 Objekten der Sammlung. 

Die Leihgeberin Nicola Erni selbst bleibt lieber im Hintergrund. Ihre Sammlung entstand in den letzten 18 Jahren, ihren Wohnsitz hat sie in Zug in der Schweiz. In ihrer Sammlung bleibt die gesellschaftspolitische Realität jener Aufbruchsjahre außen vor, Fotografien, die die Proteste gegen den Vietnamkrieg oder die Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen dokumentieren, wurden nicht gesammelt. Das Interesse der Sammlerin richtete sich vor allem auf das Leben der Celebrities, Kunstschaffenden und Kunstsammlern, It-Girls und Popstars. 

  David Bailey: Mick Jagger, Fur Hood, 1964, printed 2001© David Bailey    

David Bailey: Mick Jagger, Fur Hood, 1964, printed 2001© David Bailey

 

Künstler, Schauspieler, Modeschöpfer, Fotomodelle und berühmte Persönlichkeiten der Zeit wie Andy Warhol, The Beatles, Truman Capote, Mick Jagger, Twiggy oder Marlon Brando fotografiert von zeitgenössischen Fotografen wie Diane Arbus, Richard Avedon, Annie Leibovitz, Garry Winogrand oder Robert Mapplethorpe. Besser geht es nicht. Wie unmittelbar diese Fotos auf uns wirken, merkt man beim Rundgang durch die Ausstellung. Auch, wie sehr sich manche der Fotografien in das kulturelle Gedächtnis unserer Generation eingeprägt haben. 

Die Stars waren mit den Fotografen in gegenseitigem Einverständnis eng verbunden, wodurch viele sehr intime und private Aufnahmen erst möglich wurden. Beide waren Teil des gleichen Partylebens, beide waren Teil der Szene und meist ebenso populär. Fotografen lieferten die ikonischen Bilder und kreierten den Nimbus, der die Prominenz beflügelte. Der Titel ist hier Programm, das dreifache Shoot! steht für den spontanen Zugriff der Fotografen auf ihre Motive. 

Der Blick auf den zusammengeflickten Körper von Andy Warhol schmerzt beinahe, so unmittelbar wirkt das Bild auf den Betrachter. Die Jugend und Verletzlichkeit der Männer wie Mick Jagger, Andy Warhol oder Yves Saint Laurent berührt ebenso wie die Nahaufnahmen des Gesichts von Twiggy, dessen ausgeprägtes Kindchenschema ihre Popularität erklärt. 

  Jeanloup Sieff: Yves Saint Laurent poses for his perfume’s ad campaign,    Paris, 1971 © The Estate of Jeanloup Sieff

Jeanloup Sieff: Yves Saint Laurent poses for his perfume’s ad campaign,

Paris, 1971 © The Estate of Jeanloup Sieff

Der junge Elton John mit Schiebermütze greift im Studio 54 Divine an den Busen, der Paparazzi Ron Galella verfolgt Marlon Brando mit der Kamera und schützt sich vor Handgreiflichkeiten mit einem Motorradhelm. Die jungen Beatles bei einer Kissenschlacht in einem Hotelzimmer, der nackte John Lennon, der Yoko Ono umarmt, Jane Birkin mit langen wehenden Haaren, alles Relikte einer Zeit, die uns heute ebenso fern wie vertraut erscheint. 

 Paul Schmulbach: Guarding against the Godfather – Marlon Brando and Ron Galella.   The Waldorf Hotel, New York, 1974 © Ron Galella, Ltd.

Paul Schmulbach: Guarding against the Godfather – Marlon Brando and Ron Galella. 

The Waldorf Hotel, New York, 1974 © Ron Galella, Ltd.

Die Ausstellung zeigt Querverbindungen auf, indem sie nicht nur auf Beziehungen der Akteure untereinander verweist, sondern auch auf Orte, an denen gefeiert wurde oder Kunstevents stattfanden. Pop Art, zeitgenössische Partykultur im Studio 54, der Film, die Performance- Kunst, die Musik und die Mode ergeben einen nachhaltigen Eindruck vom großen Ganzen dieser bewegten Jahrzehnte und lassen zugleich konzentrierte Blicke auf einzelne Bilder und Zusammenhänge zu. Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich für alle, die eine spannende Zeitreise in die Welt der Kunst, Musik und Mode der 60er und 70er Jahre unternehmen wollen.

http://www.muenchner-stadtmuseum.de

 

Über die Autorin: 

Daniela Christmann ist promovierte Kunsthistorikerin und freie Autorin. Sie lebt mit ihrer Familie schon lange in München, reist gerne, liebt unterschätzte Kunst und Ausstellungen, die den Blick herausfordern.

Wenn einer eine Reise tut.  Heute Tipps in, um und rundum Los Angeles by Frank

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