Wann, wenn nicht jetzt...

... ist es Zeit für alles, was das Leben wirklich reicher macht? Für ein gelebtes, lässiges Selbstverständnis von Frauen, die sich mit + – 50 wohler, entspannter und besser fühlen als je zuvor – und genau das ausstrahlen. BeFifty ist ein Blog von drei dieser erfolgreichen Frauen – mit sehr konkreten statt allgemeinen Profi-Tipps und Themen rund um Fashion / Beauty / Travel.  Also los: Like to BeFifty.

Beate (Travel), Vanessa (Beauty) und Mischa (Fashion) (v.l.n.r.)

Warum machen wir uns selbst das Leben so schwer?

Warum machen wir uns selbst das Leben so schwer?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin genervt. Der Grund ist jedes Jahr im Januar der gleiche. Erst verfallen wir vor und um Weihnachten und all den damit verbundenen familiär oder beruflich bedingten Fressgelagen dem kollektiven Mästen unserer selbst. Immer nach dem Motto: „Es ist doch nur einmal Weihnachten, Silvester, Elternbesuch etc.“ Und kaum ist Neujahr vorbei, sollen wir uns – wie man am nahezu gleichen STERN-Titelbild der vergangenen vier Jahre sieht – die Pfunde schleunigst wieder abtrainieren, damit wir im Frühling dann bitteschön „in shape“ sind. Warum eigentlich? Warum tun wir uns das an? 

Damit stellt sich aber noch eine andere, viel grundlegendere Frage: Warum legen so viele von uns Frauen (und manche Männer) die eigene Messlatte so hoch in Punkto Äußerlichkeiten? Warum fällt es uns so schwer, uns einfach so sein zu lassen, wie wir nun mal sind, ohne uns ständig vom wohlwollenden Zuspruch anderer abhängig zu machen? Kann es wirklich sein, dass es uns an Selbstbewusstsein mangelt, weil uns von allen Seiten ständig eingeredet wird, dass wir (noch) nicht schön, nicht schlank, nicht faltenlos oder nicht sexy genug sind? Natürlich immer verbunden mit dem unmittelbaren Angebot der noch wirksameren Anti-Aging-Creme, dem noch verführerischen BH oder dem garantiert noch fitter machenden Bauch-weg-Trainer! 

Nicht falsch verstehen: Es sollte eine Frage der Wertschätzung sich selbst gegenüber sein, sich zu pflegen und gut zu unserem Körper zu sein. Aber die Motivation dafür darf meiner Ansicht nach eine andere sein (oder werden): Tun wir es doch einfach für uns selbst, um uns besser zu fühlen – und nicht weil andere es von uns vermeintlich erwarten.

Denn könnte es nicht sein, dass „die anderen“ gar nicht real existieren, sondern dass wir nur einmal mehr einer gnadenlosen Selbstoptimierungs-Industrie und ihrer raffinierten Werbung zum Opfer fallen? Und dass wir uns diesen Druck somit nur selbst machen?

Ist es nicht viel mehr so, dass wir uns selbst gegenüber immer am kritischsten sind – und schon allein deshalb IMMER auf der sicheren Seite?

Denn hören wir doch mal tief in uns rein: Stört es uns bei anderen wirklich, wenn sie mal ein paar Pfunde zugenommen haben, ungeschminkt sind oder ein Kleidungsstück tragen, das nicht ganz so vorteilhaft ist? Nein, tut es nicht – wir mögen sie trotzdem genauso wie sonst! Und ebenso geht es allen anderen mit uns: Es ist ihnen viel egaler, als wir selbst denken, ob wir so perfekt sind, wie wir glauben, sein zu müssen!

Zumal wir alle doch ganz tolle Menschen sind, die so viel leisten, ob beruflich, in der Familie oder in der Kombination von beidem. Wäre es da nicht viel sinnvoller, zeit- und geldsparender, unsere eigene Anspruch-Messlatte nicht ständig höher zu legen, als es alle anderen um uns herum sowieso nicht tun? Dann könnten wir uns um einiges entspannter zurücklehnen und alle derzeit so vehement von außen auferlegten „in shape“-Diktate milde lächelnd ins Leere laufen lassen – auch, damit sich der STERN zum Anfang des Jahres mal etwas Neues einfallen lässt.

Schreibt uns, wie es Euch damit geht und was Ihr darüber denkt. 

 

Annette Jarosch ist freie Texterin. www.annettejarosch.de
Sie schreibt in unregelmäßigen Abständen auf BeFifty über Themen, die nicht nur sie umtreiben. Bisher erschienen:  

Wer, wenn nicht wir
Kalter Entzug

STERN 2.jpg

Das erste Titelbild im Januar sieht immer gleich aus.

Wir bedanken uns bei Gruner&Jahr für die Freigabe der Cover zu PR-Zwecken. 

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