Wann, wenn nicht jetzt...

... ist es Zeit für alles, was das Leben wirklich reicher macht? Für ein gelebtes, lässiges Selbstverständnis von Frauen, die sich mit + – 50 wohler, entspannter und besser fühlen als je zuvor – und genau das ausstrahlen. BeFifty ist ein Blog von drei dieser erfolgreichen Frauen – mit sehr konkreten statt allgemeinen Profi-Tipps und Themen rund um Fashion / Beauty / Travel.  Also los: Like to BeFifty.

Beate (Travel), Vanessa (Beauty) und Mischa (Fashion) (v.l.n.r.)

Ich hänge lose in der Zeit 

 

Es bleiben Fetzen eines Traumes, den ich nicht so recht zurückholen kann. Arthur, Felix und mein Vater. Drei wirklich beeindruckende Männer haben heute Nacht in meinem Traum zu Irrungen und Wirrungen geführt. Ich vermisst meinen Vater als Ratgeber und Wegbegleiter. Viel zu früh verstorben, war ich sehr oft sehr sauer, dass er mich allein mit Mutter zurückgelassen hatte. 

Die anrollende Hitzewallung erinnert mich an den noch auszmachenden Termin bei meinem Gyn. Das alles konnte nicht normal sein. Ich gehe in den Keller und hoffe ein zweites Mal aus diesem, meinem Traum zu erwachen.

Später stehe ich, Wäscheberge sortierend im Keller und drehe Hosentaschen von links nach rechts. Und denke, während ich die Shorts meines Mannes in die Trommel werfe, wieder an den Empfänger dieser 320 Euro von seinem Konto. Zwischen Taschentüchern, Labellos, Haargummis und Geld (das gab es in meiner Jugend nicht!) finde ich einen kleinen zerknitterten Liebesbrief an Lucas. Mit Herzchen. Witzig, die Schrift ähnelt der unseres Au-Pairs Carla. Sie wird in zwei Wochen aus Frankreich zurück sein und ich hoffe, dass unsere Familie dann halbwegs zu einem normalen Alltag zurückkehren wird.

Kater Samson werden bis dahin wieder ein paar Haare nachgewachsen sein, Lieblingsjeans werden automatisch aus dem Bad entfernt und vor den Türen der Brut abgelegt. Mit der Aufforderung, Waschsachen seien in der Wäschetonne und normale Kleidung im Zimmer zu lagern. Clara ist ein gutes, aber strenges AuPair und nimmt ihre Aufgabe – die Reinigung der Bäder – sehr ernst.

Zwei Maschinen Wäsche später surfe ich die Welt nach „Men-only“ ab. Großer Fehler! In einer rückenschonenden Position sitze ich an meinem Schreibtisch und sehe Dinge, die ich nicht sehen will. Hat mein Mann eine Affaire? Und hat er die mit einem Kerl?  Kaum denke ich an Arthur, klingelt das Telefon, und er teilt mir freudig mit, dass er voraussichtlich einen Tag früher nach Hause kommt. Ich gehe in die hinterste Ecke des Büros. Das ist die mit dem schlechtesten Empfang im ganzen Haus und ich bin erleichtert, als die Verbindung endlich mit einem „..höre dich schlecht, sehen uns dann“ abbricht.

Was ich jetzt brauche ist eine Freundin! Eine, die zuhört und mir Tipps gibt. Die meine Kinder adoptiert, mich bestärkt aus meiner Ehe auszubrechen und diese Sache mit Felix zu probieren! Dorothee??? Ich bin entsetzt über mich selbst. Über meine Gedanken. Ich brauche eine Freundin. Eine, die weiß, wie unendlich elend man sich mit Wallungen fühlt. Die einen in der Sauna ungläubig anschaut und überzeugend darstellt, dass dieser Körper keineswegs nach 50 Jahren aussieht. Und die glaubhaft versichert, dass Lesebrillen das Normalste der Welt und nicht das sichere Zeichen zellulären Verfalls sind.

Ich liebe meine Kinder und meine Familie und dennoch quält mich bisweilen die Frage, ob ich nicht hätte doch noch etwas ganz anders machen sollen. Ob Mia, die Jüngere, mir wohl weiterhelfen kann?

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