Wann, wenn nicht jetzt...

... ist es Zeit für alles, was das Leben wirklich reicher macht? Für ein gelebtes, lässiges Selbstverständnis von Frauen, die sich mit + – 50 wohler, entspannter und besser fühlen als je zuvor – und genau das ausstrahlen. BeFifty ist der Blog von Beate, eine dieser erfolgreichen Frauen – mit sehr konkreten statt allgemeinen Profi-Tipps und Themen rund um Fashion / Beauty / Travel. Also los: Like to BeFifty.

 

 © Foto: Johanna Link / Donna Magazin 

© Foto: Johanna Link / Donna Magazin 

Warum ich ein Papa-Kind war

Mein Vater hatte mir als junges Mädchen erzählt, dass sie beim Kauf des Hauses einen heftigen Streit hatten, weil ihn die Geometrie der Zimmer so gar nicht interessierte und er beim Maklertermin sogleich in der Garage verschwunden war, um zu schauen, wo im besten Fall seine Hebebühne nachgerüstet werden konnte. In diesem riesigen Haus am Starnberger See lernte ich später alles über Arzneimittel, was ein Mensch überhaupt nur lernen konnte. Wenn ich in manchen Nächten Tränen überströmt an meinem Schreibtisch saß, weil die Formeln einfach nicht in meinen Kopf wollten, kam mein Vater oft wortlos in mein Zimmer und stellte mir eine Tasse Pfefferminz-Tee neben den großen Bücherstapel. „Wenn’s gar nicht geht, dann quäle dich nicht. Dann hör damit auf und wir schauen, welche Alternativen es gibt.“ 

Ich hatte ihn dann oft mit meiner Mutter streiten hören. Als mein Hirn eine wandelnde Stoffsammlung war und ich gelernt hatte, Abführmittel in jeder noch so erdenklichen Anwendungsform herzustellen, durfte ich mich endlich Apothekerin nennen. Ich erinnere mich gut, welche Erleichterung mich überfiel, als ich mein Diplom endlich in Händen hielt. Und wie leer und orientierungslos ich mich dennoch fühlte.

Heute, mehr als 20 Jahre später, muss ich feststellen, dass ich in Wirklichkeit ein imaginäres Zweitstudium meiner promovierten Internisten-Mutter absolviert habe. Gerade als ich der endlosen Beratungsgespräche am Apothekentresen überdrüssig wurde, war mir Arthur begegnet. Der damals – welche Ironie – ausgerechnet Abführmitel kaufen wollte. Um die Tragweite dessen wissend, schickte ich ihn für den Erstversuch mit Früchtewürfeln nach Hause. Am nächsten Tag kam er strahlend und sichtlich erleichtert, um sich zu bedanken und lud mich auf einen Kaffee ein.  

Er war ein eher schweigsamer Mann und rückblickend denke ich, dass er mich auch irgendwie an die ruhige und friedliche Natur meines Vaters erinnert hat. 

Bis heute ist Arthur mein Traummann, weil er das fortsetzt, was mein Vater in meiner Jugend begann. Er lässt mich einfach. Er erdrückt mich nicht mit Nähe und er hört mir oft stundenlang zu. Dummerweise häufen sich die Momente, wo in Arthurs Gesicht geschrieben steht, dass er mir und meinen Gedanken nicht mehr folgen kann. Er versteht nicht, was mit mir passiert. Ich habe das Gefühl, mein Wandel macht ihm Angst. Wenn es nur eine Phase wäre, würde er ihr souverän begegnen. Aber wie ich, spürt auch Arthur, dass etwas im Umbruch ist. Und wenn ich ehrlich bin, belastet und beschäftigt mich das wahnsinnig. Weil ich ihm doch so gern erklären möchte, was mir fehlt, oder welcher Dinge ich überdrüssig bin. Und weil ich doch ahne, dass mir das nicht gelingen kann. Es ist ein wenig, als würde ich versuchen, einem Blinden die Farbe Gelb zu erklären. 

Demnächst geht es weiter mit "Die Lage ist ernst. Sehr ernst.". 

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