Wann, wenn nicht jetzt...

... ist es Zeit für alles, was das Leben wirklich reicher macht? Für ein gelebtes, lässiges Selbstverständnis von Frauen, die sich mit + – 50 wohler, entspannter und besser fühlen als je zuvor – und genau das ausstrahlen. BeFifty ist der Blog von Beate, eine dieser erfolgreichen Frauen – mit sehr konkreten statt allgemeinen Profi-Tipps und Themen rund um Fashion / Beauty / Travel. Also los: Like to BeFifty.

 

 © Foto: Johanna Link / Donna Magazin 

© Foto: Johanna Link / Donna Magazin 

Negative Schwingungen

Der gut aussehende Mann – bis hierher war alles ganz in meinem Sinne – führte mich in einen angrenzenden Raum und bat mich, meinen Koffer zu öffnen. Schon beim Verlassen des Gepäckbandes hatte ich ein seltsames Geräusch vernommen, das ich aber nicht richtig einordnen konnte und im Gepäckband-Nahkampf schnell vergessen hatte. In der Stille der Zollstation hörte ich es wieder. Jetzt war nur noch eines in meinem Sinn: Dieses leise verdächtige Brummen. Nicht so ein tiefes Brummen, sondern eher so zwischen Zahnbürste und … Oh Gott …

Auf meiner Stirn bildete sich ein Schweißfilm. Gewelltes arabisch shampooniertes Fett-Haar, das auf eine glänzende Schweiß-Stirn traf. Das Leben meinte es nicht immer gut mit mir.
Vorsichtig zog ich – von einem Bein aufs andere tippelnd – am Reißverschluss und nachdem ich den Deckel gehoben hatte, wurde das Geräusch merklich lauter. Wassertröpfchen wurden zu einem Rinnsal, dass sich seinen Weg die Schläfe entlang bahnte. Ich hatte nicht nur eine vage Vermutung, der junge Uniformierte schien sich in seiner Idee wesentlich sicherer zu sein und grinste breit.


Wenn alles anders gewesen wäre, ja dann. Wenn ich meine Lieblingshose getragen hätte und meinen schwarzen Rolli. Wenn ich meine glänzenden Pumps getragen hätte. Dann wäre ein Flirt schön gewesen. Um dem brummenden Ding in der Tasche einen Hauch Abenteuer und eine Prise Herzflattern zuzuschreiben. In Hoodie mit Spucke und Cargo Hose über Waden mit Antithrombose-Strumpfmuster war die Suche nach dem Corpus Delicti allerdings einfach nur peinlich. Ein letztes Mantra „Bitte, bitte liebes Universum lass es doch die Zahnbürste sein."


Ich wühlte mich durch die Klamotten in meinem dunkelroten Rimova Koffer und holte ihn sehr langsam heraus. Lila, glänzend mit Strass besetzt und mit Funktionen ausgestattet, die hohe Ingenieurskunst verlangt haben mussten. Zum ersten Mal bereute ich, das dieses Dildo-Modell, dass ich von meinen Freundinnen zum 49sten Geburtstag geschenkt bekommen hatte, ein Multifunktionstool war und nicht einfach nur einen einzigen Schalter hatte. Der Zöllner drehte sich zum Fenster und ich nutze die Gunst der Stunde, zog die Batterieklappe auf und ließ einen Großteil der kleinen runden Energierversorger in meine Tasche fallen.


„Sorry, die Vorschriften“, murmelte Blondschopf und nickte grinsend zum Zeichen, dass ich entlassen sei.  Auf dem Weg zur Milchglastür wischte ich mir den Schweiß von der Stirn. Wenigstens ein bisschen gut aussehen wollte ich für meinen Arthur. Die Türen schwenkten auf und meine Augen taxierten den Warteraum. Ein Meer aus Jacken und weitere 300 Paar Füße drängten sich dicht an dicht. Schweifender Blick. Drehung. Einmal. Zweimal. Mehr wäre wieder peinlich. Ich akzeptierte die Fakten: keine de Jongs. Nicht einmal ein Vertreter meiner liebreizenden Familie stand und wartete. Vielleicht doch nur ein Späßchen? Eigentlich stand ich nicht auf sowas. Aber gut. Mitspielen war alles und so platzierte mich mit meinem roten Rimova-Koffermonster an einer Säule, hoffend, gleich würde mich die Meute von hinten anspringen.

Minuten vergingen. Nichts sprang, nichts kreischte, nichts fragte nach Geschenken. Kein zarter Kuss in den Nacken. Kein „Schön, dass du wieder da bist.“

 

Demnächst geht es weiter auf BeFifty mit "Warum in meinem Märchen leider der Held fehlt".

Habt Ihr die ersten Teile von Dorothee D. verpasst ? Einfach hier klicken.

 

 

 

Mischas Stylingtipps -Schal-

Mischas Stylingtipps -Schal-

Mischas Stylingtipps -1-

Mischas Stylingtipps -1-