Wann, wenn nicht jetzt...

... ist es Zeit für alles, was das Leben wirklich reicher macht? Für ein gelebtes, lässiges Selbstverständnis von Frauen, die sich mit + – 50 wohler, entspannter und besser fühlen als je zuvor – und genau das ausstrahlen. BeFifty ist ein Blog von drei dieser erfolgreichen Frauen – mit sehr konkreten statt allgemeinen Profi-Tipps und Themen rund um Fashion / Beauty / Travel.  Also los: Like to BeFifty.

Beate (Travel), Vanessa (Beauty) und Mischa (Fashion) (v.l.n.r.)

Warum in meinem Märchen leider der Held fehlt

So schnell wie ich den Kopf hatte hängen lassen, so schnell erhob ich ihn, den Taxistand anvisierend, denn ich war mir jetzt – nach knapp 30 Minuten Wartezeit – zu 100 Prozent sicher, dass mich meine geliebte Familie zuhause erwartete. Gespannt auf meine Geschichten, die vielen Fotos und natürlich die Geschenke für die Kinder. Im Taxi genoss ich für einen Moment die Stille und schloss die Augen. Und konnte sie dann doch nicht zulassen, denn irgendwie hatte ich immer das Gefühl, mich auf der Autobahn umsehen zu müssen nach Arthurs schwarzem Audi. So wie in den kitschigen Hollywood Filmen, bei denen der Held die Frau seiner Träume nur verpasst hat und ihr nun hinterher rast, um ihr seine immerwährende Liebe zu gestehen. 

Doch während der 30 Kilometer: kein Audi, kein Held. Keine Liebe? Das war es, was ich mich fragte. Der graue Asphalt flog vorbei. Weiße kurze Striche auf dem Grau der Straße fügten sich zu einem nur für mich gemalten Willkommensplakat zusammen und das geräuschvoll über Teerfugen rasende Taxi sang ein Lied dazu. Sollte mir das Verhalten meines Mannes oder besser das völlige Fehlen jeglicher Aktionen irgendetwas sagen? Gerade als ich in eine tiefere philosophische Ebene abtauchen wollte, hielt das Taxi und der Fahrer fragte gut gelaunt nach 98 Euro. Ich drückte ihm einen hundert Euro Schein in die Hand mit den Worten: „Mehr habe ich leider nicht, wenn sie auch Kiwi-Dollar nehmen…“ Sein Schweigen war Antwort genug und so wuchtete ich den großen Roten allein die Treppen zur Haustür hinauf, während das Taxi sich bereits entfernte. 

Wirbel für Wirbel erinnerte mich mein Rücken an mein Alter und den langen Flug. Zwischen müffelnden Gesundheitskniestrümpfen, Zeitschriften, Brillenetuis und Schminksachen suchte ich meinen Schlüssel. Nach 2 Sekunden gab ich auf und drückte die Klingel. Im Vorgarten lag Schnee und hier und da ragte ein abgeschnittener Rosenstrauß unter der weißen Decke hervor. Vor der Garage sah ich Autospuren und auch die Treppe zum Eingang war geräumt. Ich drückte die Klingel erneut. Nichts. Keine Schritte, kein Lärm. Am Ende der Straße hörte ich das metallene Schaben eines Schneeschiebers auf dem Gehsteig. Ich sah mich ein zweites Mal um und entdeckte, dass einer der kleinen Buchsbäume neben der Garageneinfahrt fehlte. Warum hatte Arthur den Baum abgesägt? 

Ich machte mich ein zweites Mal auf die Suche nach meinem Schlüssel. Nach fünf Minuten türmten sich ein Taschenspiegel, mein Notizheft, 5 alte Stifte, 3 Brillenetuis, eine Schminktasche, 2 angebrochene Taschentuch-Packungen, eine Kinokarte aus Auckland, meine Bordkarten und ein paar schwarze Kompressionsstrümpfe auf der Treppe und ich steckte meinen Schlüssel ins Schloss. Da stand ich nun: etwas mehr als drei Wochen nach meinem Abflug, allein im großen Flur unseres Hauses. Kein Arthur, keine Kinder, kein Kater. Meine Synapsen waren noch im Neuseeland-Modus, weshalb ich mich zwar wunderte, die Informationen aber noch im Zeitlupentempo von meinem Hirn verarbeitet wurden. 

Ich ließ den Koffer stehen, schlüpfte aus den Schuhen und ging in Richtung Wohnküche. Saubere gewienerte Bodenfliesen in XXL. Ein paar Meter weiter weicher Flokati unter den Füßen. Grau, gut korrespondierend mit schwarzem Mobiliar und einer weißen Küche. Keine Schuhe am Boden. Nicht im Flur, nicht in der Küche. Drei Jacken ordentlich an der Garderobe. Im Wohnzimmer die riesige Eckcouch, auf der wir gern alle zusammen lagen und lasen oder fernsahen. Jedes Kissen an seinem Platz, eine Vase mit Blumen auf dem Tisch, die Zeitung sauber gefaltet neben dem Lesesessel. Ich nahm sie. Aha, die Ausgabe von gestern. Es gab also Leben in diesem Haus. Zumindest bis gestern.

Müde und voller Unverständnis sank ich auf dem großen Sofa nieder, knipste die kleine Stehlampe, die wir aus Dänemark mitgebracht hatten an und schloss für einen Moment die Augen. Ich hatte jedes Gefühl für Zeit und Raum verloren, als ich etwas Schweres auf meinen Beinen spürte. Schnell, wuchtig, abrupt. Verspätete Anzeichen einer Thrombose? Ich quälte meine müden brennenden Augen in den Öffnen-Modus. Und: Schrie ... 

Demnächst geht es weiter auf BeFifty mit "Wie eine Komplettrasur zum Kuschelkiller wurde".

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